Der Krieg gegen Iran hat eine Kettenreaktion ausgelöst, die von der Straße von Hormus über den Bab al-Mandab und zerstörte Raffinerien bis zu steigenden Treibstoffpreisen in Europa und den USA reicht. Gleichzeitig versucht Washington, ukrainische Angriffe auf russische Raffinerien zu bremsen – und zeigt damit, wie der Ölpreis inzwischen selbst strategische Entscheidungen beeinflusst.
Strategische Ressourcen sind mehr als gewöhnliche Handelsgüter. Die Marktlogik zielt auf möglichst hohe Rendite bei möglichst geringen Kosten. Wo dadurch aber Reserven, Redundanz und Versorgungssicherheit verdrängt werden, wird private Gewinnmaximierung zur gesellschaftlichen Verwundbarkeit. In der Krise muss dann die Gemeinschaft Versorgung sichern und Risiken tragen. Deshalb braucht es bei strategischen Ressourcen wieder mehr öffentliche Verfügungsmacht, Beteiligung an den Erträgen und verbindliche Vorgaben für Reserven, Redundanz und Versorgungssicherheit.
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Herbert Bauer, Generalmajor i.R. und Militärexperte
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